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 Termine der nächsten Jahre
 

2017 10. - 11. November

 

2013 - 30 Jahre "Oldiebasar"

oder wie es früher hieß

"Großer ostdeutscher Kfz-Veteranen-Teile-Tausch-und Verkaufsbasar" (KVTVB) in Neuruppin

Es kennt wohl jeder das Sprichwort "alle haben mal klein angefangen". Die Erwartungen Werner Weiners vom MC Neuruppin, Sektion Kfz-Veteranensport waren wohl auch entsprechend bescheiden, als er für das 2. Novemberwochenende 1983 den ersten Teilemarkt in Neuruppin initiierte. Nach Absprache mit dem damaligen Kulturhausleiter, Herrn Niklaus, fand der erste Kfz-Veteranenteilemarkt deshalb im Saal und auf dem Hof des Kulturhauses statt. Miete war nicht zu entrichten, aber für die Reinigungskosten mußte der Veranstalter auch damals schon aufkommen. Es gab auch "Sicherheitsauflagen". So sollte der ADMV während der Veranstaltung im Stadtgebiet präsent sein und das Ende des Basars war auf 16.00 Uhr festgelegt. Die Gehorsamkeit soll aus heutiger Veranstaltersicht beneidenswert gewesen sein. Außerdem mussten alle Händler, es waren ca. 25, namentlich in einer Liste erfasst werden. Den 70 - 80 Besuchern, die der erste Basar zu verzeichnen hatte, blieb diese Registrierung jedoch erspart.

Die Mundpropaganda der begeisterten Händler und Besucher war so erfolgreich, daß man bis zur ersten Veranstaltung auf dem Flugplatz im Jahre 1994 mehrfach den Veranstaltungsort wechseln mußte, weil der aktuelle sich stets erneut als zu klein erwies. So verdoppelte sich bereits im zweiten Jahr die Händlerzahl, die der Besucher verdreifachte sich sogar. Das Gelände der BSG Medizin des Bezirkskrankenhauses, was 1984 und 1985 als Marktplatz diente, erwies sich jedoch noch aus einem anderen Grund als ungeeignet. Es regnete nämlich während der Veranstaltung in Strömen und alle waren total "eingemoddert". Man suchte also nach einem größeren befestigten Gelände und wurde in Treskow fündig. Auf der Straße vor dem EPN hatte man bis November 1993 alles, was benötigt wurde. Nicht nur der Sportfreund Hans-Günther Müller gab den Organisatoren damals viel Unterstützung, sondern auch seitens der Behörden wurde dem MC große, wenn auch nicht finanzielle Hilfe zuteil. So gab es keinerlei Komplikationen und wenn man sich genau solche nicht selbst geschaffen hätte, wäre es vielleicht auch noch so weiter gegangen.

Doch die Deutsche Einheit sollte auch unter den Hobbyschraubern vollzogen werden. Deshalb nutzten die Sportfreunde außer Printmedien den SFB, NDR und Antenne Brandenburg zur Popularisierung des ohnehin beliebten Basars bis in den Westen hinein. Das geschah mit solch großem Erfolg, daß man 1994 statt der vorgesehenen Fläche vor dem REIZ gleich die Vorstartfläche des Flugplatzes in Beschlag nahm. Hier blieb man dann auch viele Jahre , unbeschadet aller möglichen Gefahren, die das Flugplatzgelände durch Krieg und militärische Nachkriegsnutzung seit 1945 in sich barg. Dabei war die allgemeine Disziplin durchaus nicht mehr so vorbildlich wie in den Anfangsjahren. Manch Uneinsichtigem mußten hart gesottene Ordner entgegen gesetzt werden, um die Sicherheit auf dem Gelände und für die Beteiligten zu gewährleisten.

Es hatte sich viel verändert, aber es war noch immer eine Clubveranstaltung des Gemeinnützigen Vereines, der am 02.06.1957 gegründet wurde, als es neuer rechtlicher Regelungen bedurfte. Kommerzielle Absichten bestanden nur im Rahmen des Erhaltes des Vereines und natürlich der traditionellen Veranstaltung mit dem recht umständlichen Namen "Großer ostdeutscher Kfz - Veteranen - Teile - Tausch - und Verkaufsbasar", der gern mal abgekürzt "Teilemarkt" oder heute auch "Oldiebasar" genannt wird. Entsprechend groß war auch das Engagement der Mitglieder, deren Nachwuchses und allen voran des stets regen Vorstandes, ob nun unter Leitung von Werner Weiner, Peter Schulz, Günter Musfeld (genannt Adlerauge wegen seines legendären PKW Adler) oder Gerhard Heise.

Doch trotz aller Begeisterung und Einsatzbereitschaft, die Grenzen des ehrenamtlich Machbarem waren erreicht. Am 13.11.1999 fand der 16. und letzte KVTVB unter Leitung des Motorclub Neuruppin e. V. auf dem Neuruppiner Flugplatz statt. Was einst als kleine Veranstaltung begann, war nun der Treffpunkt von ca. 6000 Freunden des Kfz-Veteranensports aus fast allen Ländern Europas. Das blieb natürlich auch den vielen Profihändlern nicht verborgen und so verlor der Basar immer mehr den Charakter eines reinen Hobbymarktes. Aus organisatorischer Sicht, so die Erkenntnis der Verantwortlichen, war es notwendig, den Basar diesen neuen Erfordernissen anzupassen und damit auch professionell zu organisieren.

Die EAN mbH, die in den letzten Jahren durch gelungene und sehr erfolgreiche Großveranstaltungen und Sondermärkte von sich Reden machte, erschien den Verantwortlichen des Motorclub Neuruppin
e. V. dafür prädestiniert. Natürlich hätten sich manche Veranstaltungsträger nach solch einem lukrativen Geschäft gerissen. Doch mit dem Trägerwechsel verband der MC so manche Wünsche, die darauf hinaus liefen, neben der Beibehaltung des Veranstaltungsnamens auch den kommerziellen Aspekt nicht in den Vordergrund zu rücken, um eben die "Hobbyschrauber und Bastler" nicht vom Teilemarkt auszuschließen.

Im Januar 2000 war es für die Organisatoren der EAN so weit, die Übertragung der Veranstaltungsrechte war vereinbart und es konnte nun mit der Organisation des 17. Großen ostdeutschen Kfz-Veteranen-, Teile-, Tausch- und Verkaufsbasar begonnen werden. Dieser sollte traditionsgemäß am zweiten Novemberwochenende stattfinden.

Getreu nach dem Motto "Frisch gewagt, ist halb gewonnen" sollte zunächst die Marktfläche gesichert werden. Damit ließ der erste große Schock nicht lange auf sich warten. Der Flugplatz, der in den vergangenen fünf Jahren Anlaufpunkt der Hobbyschrauber war, stand nun aus Sicherheitsgründen dem Veranstaltungsträger nicht mehr zur Verfügung. Das Ersatzgelände, das Areal der ehemaligen Kasernen des Panzerregimentes 6 der 3. Panzer-Division Berlin-Brandenburg, war aus den verschiedensten Gründen problematisch:
· der Boden war weich, zu weich für die Unmengen und schweren Fahrzeuge, die zu erwarten waren, starker und lang anhaltender Regen hätten eine Katastrophe bedeutet,
· die nur in geringem Maße vorhandenen befestigten Flächen sind Eigentum der anliegenden Firmen, für die eine gesonderte Nutzungserlaubnis erforderlich ist, mit der natürlich auch Einschränkungen und zusätzliche Verantwortung sowie Kosten für Miete und Versicherung bezüglich des Eigentumsschutzes verbunden sind.
· der versorgungs- und sicherheitstechnische Aufwand mußte dem gewachsenen Bedarf gerecht werden und lag deshalb schlagartig weit über dem doppelten Kostenniveau der bisherigen Veranstaltungen.
· das galt natürlich erst recht für den Personaleinsatz, der sich allein schon durch die Ausdehnung der Marktdauer von einem auf zwei Veranstaltungstage vervielfacht hat. Damit wurde dem vielfachen Wunsch von vor allen Dingen Profihändlern entsprochen, für die eine zweitägige Veranstaltung des hohen Aufwandes wegen wirtschaftlicher ist.

Eine weitere Alternative zum Flugplatz gibt es in Neuruppin - bezahlbar nicht, weil auf dem Marktgelände die Versorgungsmedien Strom, Wasser etc. vorhanden sein müssen.
Außerdem sollte die Veranstaltung Neuruppin erhalten bleiben.
Eigentlich war nichts mehr wie es in den vergangenen Jahren, außer das wir uns sicher sein konnten, daß Händler und Besucher in Massen kommen würden und natürlich alle ihre Ansprüche erfüllt sehen wollten. Dies selbstverständlich zu den gewohnten Preisen, was allerdings aus den oben aufgeführten und weiteren Gründen nicht ganz realisierbar war.

Dann war er da, der 11. November 2000, für uns eigentlich schon ab 10. November, denn seit Freitag Nachmittag rollte die Händlerlawine unaufhaltsam und die ganze Nacht hindurch. Wir erlebten das, was uns die Sportfreunde im Vorfeld prophezeit hatten, der "Taschenlampenmarkt" war eröffnet. Obwohl wir vorgewarnt waren und mit großen Menschenmengen rechneten, hat die Realität sämtliche Vorstellungen übertroffen. Neidvoll blickten die Organisatoren des zum gleichen Zeitpunkt stattfindenden Martinimarktes auf den Boom, der sämtliche Zufahrtsstraßen Neuruppins zum Nadelöhr werden lies. Zum Glück hatten sich viele Helfer des Motorclubs bereit erklärt, uns bei der ersten Veranstaltung tatkräftig zu unterstützen. Ein Angebot, was wir gern angenommen haben und sich als goldrichtige Entscheidung darstellte. Mit dem Stehvermögen begeisterter Fans dieser Veranstaltung hat so mancher mehr als eine 8-Stunden-Schicht bei reichlich kaltem Wetter geleistet, um den Ansturm der Menschen- und Fahrzeugmassen Herr zu werden. Das trifft natürlich auch auf die Mehrzahl der eigenen Mitarbeiter und Kurzzeitbeschäftigten zu.
Es war wohl Anfängerglück, denn das Wetter blieb trocken, was in den vorangegangenen 16 Jahren nie vorgekommen sein soll. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß für die Organisation nunmehr Frauen verantwortlich waren und Petrus ein Defizit im Quotenbereich zu verzeichnen hatte. Jedenfalls kamen nur ein paar einzelne Fahrzeuge nicht mehr aus eigener Kraft vom Platz. Nach anfänglicher Skepsis gab es am Ende der Veranstaltung sogar Händler, die sich gut mit dem neuen Terrain anfreunden konnten. Wenn man auf der Landebahn des Flugplatzes nach Aussage der Besucher "kilometerweit" geradeaus gehen musste und diesen Weg zum Ende des Tages natürlich wieder zurück musste, war jetzt auf einer 10ha großen Fläche alles sehr kompakt "geordnet".

So manche zunächst gute Idee und Verfahrensweise stellte sich in den vergangenen Jahren leider auch als unpraktikabel oder zumindest als uneffektiv heraus. Kritiken und Anregungen sind stets erwünscht und finden von uns auch Beachtung, wenn wir selbst nach vielen Jahren versuchen, noch bessere Teillösungen für manches Problem zu finden. Aber es ist eben auch so, daß sich aus verschiedenen Gründen nicht alle Wünsche der Marktnutzer erfüllen lassen. Überwiegend spielen die Kosten dabei eine Rolle. So gab es z. B. den durchaus verständlichen Wunsch nach einer Duschmöglichkeit. Die Kosten, die dafür auf freier Wiese anfallen würden, sind nur durch Preiserhöhungen aufzubringen. Dies liegt nicht im Interesse der Mehrheit und wird deshalb auch künftig unberücksichtigt bleiben müssen.

Wir freuen uns darüber und sind stolz darauf, daß wir den Neuruppiner Teilebasar auf dem vorgelegten hohen Niveau halten konnten und hoffen natürlich, daß uns Händler, Publikum und Helfer auch in Zukunft die Treue halten werden und dies nicht das letzte Jubiläum ist, was der beliebte Traditionsmarkt in Neuruppin zu verzeichnen hat.
Nur noch wenige "Schrauber" der ersten Stunde " vom Neuruppiner ADMV" finden wir heute auf dem Teilemarkt. Wie die alten Fahrzeuge sind sie in die Jahre gekommen und wollen oder können sich die körperlichen Strapazen der zweitägigen Veranstaltung bei kaltem Novemberwetter nicht mehr antun. Aber Gerhard Heise ist immer noch mit einem Stand dabei.
In diesem Sinne freuen wir uns bereits jetzt auf alle, die uns am zweiten Novemberwochenende 2013 zu unserem Adrenalinstoß verhelfen werden.

Übrigens sind wir auf der Suche nach Fotos aus den Anfangsjahren. Sollte der eine oder andere noch welche in seinem Besitz haben, würden wir uns freuen, davon eine Kopie zu erhalten, notfalls direkt im Organisationsbüro, das Tag und Nacht besetzt ist.

Unser Dank gilt vor allem den genannten Helfern der ersten Stunde, die uns die ersten Jahre mit Rat und Tat unterstützt haben. Der heutige Veranstaltungserfolg war nur machbar, dank dieser Enthusiasten Werner Weiner, Peter Schulz, Günter Musfeld, Gerhard Heise und anderer. In den vergangenen Jahren haben wir viele "Schrauberfreunde" kennen und schätzen gelernt, unzählige Informationen erhalten zu alter Fahrzeugtechnik, diverse Fundsachen gesammelt, die sogar im Folgejahr niemand vermisst hat und vieles andere mehr.


30. Oldiebasar 2013 - Ein kurzes Resümee
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